Das Kind hält den Stuhl aus Angst zurück

Hilfeartikel für diejenigen, die Sauber! Hand in Hand weg von der Windel nutzen.

Das Gefühl, sein großes Geschäft ins Töpfchen zu machen, ist für das Kind neu, ungewohnt und möglicherweise verunsichernd. Manche Kinder bekommen Angst und halten den Stuhl zurück. Das kann zu Verstopfung führen.

Ein Kind, das sein Leben lang eine Windel getragen hat, ist daran gewöhnt, dass die Windel den Kot auffängt, und ist damit vertraut, wie sich das anfühlt.

In ein Töpfchen/eine Toilette zu machen, geht mit einem ganz anderen Gefühl einher.

Manche Kinder fühlen sich schutzlos oder haben beim Drücken auf dem Töpfchen gar den Eindruck, dass ein Teil ihres Körpers abfällt – was sie natürlich verängstigt.

Unserer Erfahrung nach können Kinder ihre Angst mit Unterstützung ihrer Eltern ablegen.

Indem du den Schritten unten folgst, kannst du deinem Kind helfen, seine Angst zu überwinden.

Es empfiehlt sich auch, gleichzeitig alles, was mit dem großen Geschäft zu tun hat, zu erklären und zu normalisieren. Wie das geht, haben wir ausführlich im Hilfeartikel „Es klappt mit dem kleinen, aber nicht mit dem großen Geschäft“ beschrieben.

Schritt 1: Bleib ruhig

Wenn das Kind Angst hat, sein großes Geschäft zu machen, kann man als Mama/Papa leicht in Panik geraten. Das ist nichts als verständlich. Schließlich will man nicht, dass es dem Kind schlecht geht und es zum Beispiel eine Verstopfung bekommt.

Das Beste, was du tun kannst: Gehe die Sache möglichst locker an.

Es mag vielleicht ein Weilchen dauern, aber wird bestimmt bald klappen. Wenn du die Ruhe bewahrst, tut dein Kind das wahrscheinlich auch.

Achte auf deine Ausdrucksweise. Verwende keine negativ belegten Wörter wie „Angst vor dem Töpfchen“, „Angst davor, Aa zu machen“ oder „Angst davor, dass es weh tut“.

Sag deinem Kind lediglich, dass du verstehst, dass das alles ganz neu ist und dass es sich am Anfang ein bisschen komisch anfühlen kann. Sag auch, dass du immer da bist, um zu helfen.

Schritt 2: Gib dem Kind verdauungsförderndes Essen

Durch kleine Ernährungsumstellungen wird die Verdauung angeregt und der Kot weicher. Dann kann das Kind den Stuhl schlechter zurückhalten, und das Risiko einer Verstopfung nimmt ab. Der Stuhlgang ist auch wichtig, damit das Kind seine Angst ablegen kann (Schritt 3).

Unserer Meinung nach eignen sich Birnen, Kiwis und Kokosöl in diesem Zusammenhang am besten – und wirken am schnellsten. Kiwis und Birnen können ohne weitere Zubereitung gegessen werden; man kann sie aber auch zu Mus oder Püree verarbeiten oder in einen Smoothie mischen.

Gesunde Fette sind auch gut dafür geeignet, das System von innen zu „schmieren“. Das appetitlich weiße Kokosöl ist bei Raumtemperatur fest. Es kann in einen Smoothie gegeben werden, schmeckt aber so gut, dass man es auch direkt von einem Löffel essen kann. Gib deinem Kind eine Menge von 1 Teelöffel morgens und abends.

Andere verdauungsfördernde Lebensmittel sind Avocados, Kokosmilch, Zwetschgen (als Püree), Orangen (als frisch gepresster Saft) und Leinsamen (als Sud).

Schritt 3: Lass den Kot im Töpfchen landen

Wenn dem Kind ein „Treffer“ gelingt, kann das in Sachen Angst, ja, im Hinblick auf die ganze Situation, Wunder wirken.

Nachdem das Kind sein großes Geschäft zum ersten Mal ins Töpfchen gemacht hat, wird in der Regel alles einfacher. Spätestens nach einigen wenigen „Treffern“, haben die meisten Kinder ihre Angst überwunden.

Du kannst folgendermaßen vorgehen:

Wenn du deinem Kind verdauungsförderndes Essen gegeben hast und merkst, dass ein großes Geschäft „unterwegs“ ist, ziehst du das Kind unten herum aus und versuchst, den Kot ganz ruhig und vorsichtig im Töpfchen aufzufangen.

Das Kind braucht sich dabei gar nicht aufs Töpfchen zu setzen.

Du kannst das Töpfchen also zum Beispiel von hinten unter dein Kind schieben oder das Kind sein Geschäft stehend machen lassen und es dabei halten.

Das Wichtigste ist, dass – wie auch immer – ein „Treffer“ erzielt wird und dass sich das Kind dabei sicher fühlt.

Du kannst deinem Kind beruhigend zuflüstern: „Ich bin immer bei dir.“ Nach einem „Treffer“ kannst du ihm das Töpfchen zeigen und sagen: „Schau mal, du hast Aa ins Töpfchen gemacht! Jetzt geht es dem Bauch wieder richtig gut, nicht wahr?“

Die meisten Kinder sind dann erleichtert, froh und stolz. Am besten lässt du dein Kind dann das Töpfchen in den Toilettenraum/ins Bad tragen, in die Toilette schütten und die Spülung drücken.

Indem ihr wiederholt „Treffer“ erzielt, ohne dass das Kind auf das Töpfchen sitzen muss, könnt ihr die Angst gemeinsam bewältigen.

 

Du kannst deinem Kind auch ein mentales Bild geben, und ihm dadurch helfen, seine Angst hinter sich zu lassen.

Sag zum Beispiel, dass es am Popo eine kleine Tür gibt, die man öffnen kann, sodass das Aa herauskommt.

Ein solches inneres Bild kann dem Kind klar machen: Ich bin es, die/der das große Geschäft steuert. Ich kann entscheiden, das Popotürchen aufzumachen. Und es passiert gar nichts Schlimmes, wenn das Türchen aufgeht.

Für den Fall, dass dein Kind mehrere Tage kein großes Geschäft gemacht hat, solltet ihr euch wohl kinderärztliche Hilfe holen.


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