Trotz langer Bemühungen geht ständig etwas in die Hose

Hilfeartikel für diejenigen, die Sauber! Hand in Hand weg von der Windel nutzen.

Ihr habt mehrere Wochen oder gar Monate lang gestrampelt, aber dein Kind macht nach wie vor relativ oft in die Hose? Dann solltet ihr das Vorgehen vermutlich ändern.

Denn stur auf die immer gleiche Weise weiterzumachen, bringt oft keine Veränderung und kein Vorankommen.

Die Vorgehensweise hängt vom zugrunde liegenden Problem ab.

Deshalb solltest du als erstes versuchen, die Ursache einzugrenzen. Die Lösungsansätze in diesem Abschnitt haben wir schon an anderer Stelle genannt. Wir stellen sie hier aber zusammen, weil du sie in deiner jetzigen Situation überdenken solltest.

Fehlt ein Puzzleteil?

Wenn dein Kind nicht zuverlässig sauber wird, hängt das möglicherweise damit zusammen, dass gewissermaßen ein Puzzleteil fehlt.

Vielleicht hat das Kind noch nicht den vollständigen Überblick und die komplette Kontrolle über alle Teilschritte.

Um herauszufinden, ob das der Fall ist, macht ihr am besten eine Wiederholung und geht zurück zu Phase 1, in der das Kind am Unterkörper nackt ist.

Hierfür eignet sich besonders ein Wochenende, wobei du das Tempo daran anpasst, wie gut dein Kind folgen kann. Indem ihr eine Wiederholung einlegt, kannst du dein Kind gewissermaßen auf den rechten Weg zurückbringen.

Wenn dies zu einem Ergebnis führt, habt ihr das Problem gleichzeitig eingegrenzt und gelöst.

Hat das Kind keine Lust mehr?

Wenn du den Eindruck hast, dass dein Kind eigentlich alle Schritte versteht und beherrscht, aber trotzdem nicht zuverlässig sauber ist, hat es möglicherweise keine Lust mehr auf den Töpfchengang.

Oft äußert sich das darin, dass sich das Kind manchmal zum Töpfchen begibt oder Bescheid sagt und manchmal nicht.

Dass Kinder nach einer Weile das Interesse verlieren, ist nicht ungewöhnlich. Das kann damit zusammenhängen, dass man sie weniger unterstützt und ermuntert als zu Beginn.

In diesem Fall kannst du versuchen, dein Kind so lange vermehrt positiv zu verstärken und beim Töpfchengang präsenter zu sein, bis es die Freude daran wiedergefunden hat.

Wenn das Kind das Interesse verliert, kann das auch damit zu tun haben, dass man zu viel über das Töpfchen redet und dem Kind mit dem Töpfchengang in den Ohren liegt.

Dass das Ganze möglicherweise nicht mehr genügend „sein“ Prozess ist.

Damit es Freude daran hat, Dinge richtig zu machen, muss das Kind aber seinen Einfluss spüren.

In dieser Situation kannst du dein Kind zunächst um Entschuldigung bitten und Verständnis zeigen.

Sag zum Beispiel: „Es tut mir leid, dass ich dir so oft gesagt habe, aufs Töpfchen zu gehen. Ich weiß ja, dass du das mit dem Töpfchen schon selber machen willst. Ab jetzt darfst du entscheiden, wann du dein Geschäft machen gehst.“

Daraufhin nimmst du dich zurück und übergibst deinem Kind das Kommando.

Unentdeckte Verstopfung?

Eine unentdeckte Verstopfung kann ein anderer Grund dafür sein, dass häufig etwas in die Hose geht.

Wenn ein Kind jeden Tag sein großes Geschäft macht, blendet man Verstopfung leicht als Ursache aus.

Du solltest aber bedenken, dass dein Kind Verstopfung haben kann, obwohl es jeden Tag sein großes Geschäft macht.

Weicherer Kot kann sich nämlich an hartem Kot vorbeischieben, der den Darm an seiner Anlagerungsstelle geweitet hat.

Womöglich sitzt also trotz täglichen Stuhlganges ein Kotklumpen im Darm fest und drückt so auf die Harnblase, dass das Kind Blase und Darm schlecht kontrollieren kann.

Holt euch deswegen gegebenenfalls kinderärztliche Informationen und Hilfe.

So schreibt eine Mutter:

„Unser Sohn hatte 5 Monate lang ständig Unfälle, große und kleine. Und das, nachdem er ein Jahr lang aus den Windeln war. Wir und die Kita wurden fast verrückt und haben alles versucht, damit es klappt. Vor einem Monat waren wir beim Kinderarzt. Man vermutete eine Verstopfung relativ weit oben im Darm, die auf die Blase drückte, sodass unser Sohn quasi keine Chance hatte, rechtzeitig zu reagieren. Die Behandlung hat tatsächlich geholfen! Mein Tipp an euch alle, die ihr in der gleichen Lage seid – frustriert, Kind betrübt und Eltern bekümmert wegen nie enden wollender Unfälle: Geht zum Kinderarzt und lasst euer Kind auf Verstopfung untersuchen. Jetzt ist er ‚wie ein neuer Junge‘ sagen sie in der Kita!“

Ist der Zeitpunkt der richtige?

Ein anderer Faktor, der das Sauberwerden beeinflusst, ist die allgemeine Lebenssituation.

Vielleicht fühlt sich das Kind gerade unsicher, zum Beispiel wegen eines Umzugs, der Geburt eines Geschwisters, einer Trennung oder einer anderen Veränderung?

Der Abschied von der Windel kann einfach zu viel sein, wenn das Kind ohnehin schon in einer schwierigen Lage ist. Manchmal wird einem das erst dann richtig klar, wenn man den Prozess bereits begonnen hat und die Reaktion des Kindes erlebt.

Falls das auf euch zutrifft, empfehlen wir euch, den Windelabschied zu unterbrechen und erst dann einen neuen Anlauf zu nehmen, wenn das Leben wieder in geregelteren Bahnen verläuft.


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